Das Bundeskartellamt ist eine selbständige Bundesoberbehörde und hat die Aufgabe, den Wettbewerb in Deutschland zu schützen. Das Wettbewerbssystem ist ein tragender Pfeiler unserer Wirtschaftsordnung und baut auf Werten auf, die in unserer Gesellschaft elementar sind: Freiheit, Eigeninitiative und Eigenverantwortung. Wirtschaftlicher Wettbewerb kann allerdings nur dann funktionieren, wenn es Regeln gibt, an die sich alle halten müssen. Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (Kartellgesetz) gibt diese Regeln vor. Das Bundeskartellamt soll verhindern, dass Unternehmen gegen diese gesetzlichen Regelungen verstoßen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn Unternehmen Kartelle bilden und sich der wirtschaftlichen Konkurrenz durch Preis- und andere Absprachen entziehen. Wenn das Bundeskartellamt Unternehmen dabei erwischt, schlägt es hart zu. Im Jahr 2015 verhängten die Wettbewerbshüter in 11 Fällen rund 208 Millionen Euro Bußgelder gegen insgesamt 45 Unternehmen und 24 Privatpersonen. Die Verfahren betrafen unter anderem Automobilzulieferer, Matratzenhersteller, Anbieter von Containertransporten und Hersteller von Fertiggaragen.

Neben der Kartellverfolgung und der Missbrauchsaufsicht über marktbeherrschende Unternehmen hat das Bundeskartellamt im vergangenen Jahr rund 1200 Unternehmenszusammenschlüsse auf ihre Vereinbarkeit mit dem Wettbewerbsrecht geprüft. Die wohl spektakulärste Ablehnung eines Unternehmenszusammenschlusses war die Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch EDEKA.

Das Amt hat 345 Mitarbeiter, davon sind etwa die Hälfte Ökonomen und Juristen. Zudem kooperiert das Amt in vielen Verfahren mit anderen Wettbewerbsbehörden insbesondere in der Europäischen Union aber auch weltweit.

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Der Chef: Andreas Mundt ist seit 2009 Präsident des Bundeskartellamtes. Er ist Jurist und hat in Bonn und Lausanne/Schweiz Rechtswissenschaften studiert. Im Anschluss an das zweite juristische Staatsexamen trat er 1991 in das Bundesministerium für Wirtschaft ein. Dort arbeitete er beim „Leitungsstab Neue Bundesländer“, bevor er sich 1993 als Referent für Arbeits- und Sozialrecht zur FDP-Bundestagsfraktion abordnen ließ. Seit seinem Eintritt in das Bundeskartellamt im Jahr 2000 hatte er dort verschiedene Funktionen inne. So wirkte er als Beisitzer in der 8. Beschlussabteilung (Kreditinstitute und Lotteriewesen) und in der 4. Beschlussabteilung (Kartengestützte Zahlungssysteme), als Leiter des Referates „Internationale Wettbewerbsfragen“ und seit 2005 als Leiter der Grundsatzabteilung.

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