Aktuell im Interview mit CHEF für 1 TAG ist Sophia Röse, Schülerin des Johannes-Brahms-Gymnasiums in Hamburg und Schülerchefin 2017. Die 18-Jährige erzählt, wie sie das Casting-Wochenende und den Cheftag erlebt hat.

SRöse-Interview-Finale_OER6756 Cf1TSophia, Sie sind zum Casting gekommen, um etwas über Ihre Managementtalente herauszufinden, aber auch, um einfach nur Erfahrungen zu sammeln und etwas über Sie selbst zu lernen. Was haben Sie gelernt?
Ich habe zum Beispiel gelernt, dass ich mich eloquent ausdrücken kann und dass mir viele Möglichkeiten offenstehen. Im Gegensatz zu vorher weiß ich nun auch mehr darüber, was Unternehmensführer tun, mit welch positiver Motivation und welchen Erfolgen dies verbunden ist. Mir ist klar geworden, dass solche Tätigkeiten auch in meinem Interessensgebiet liegen.

Was hat Sie am Casting-Wochenende besonders beeindruckt?
Die Business-Simulation war der Höhepunkt für mich. Sie hat sehr viel Mitdenken gefordert, und erst in der Business-Simulation wurde mir bewusst, was alles bedacht werden muss, wenn man ein Unternehmen leitet. Sehr gut hat mir auch die Zusammenarbeit im Team gefallen.

Während des Castings waren Sie auch im Einzelinterview mit Personalexperten. Wie haben Sie das erlebt?
Schon zu Beginn herrschte eine so angenehme Atmosphäre, dass sich meine Nervosität ganz schnell verlor. Was mir auch sehr gefallen hat, waren die Fragen. Es war nicht typisch wie in einem Vorstellungsgespräch, es ging mehr darum, was ich bereits erlebt habe und wie ich meine Zukunft sehe.

Sie waren einen Tag lang in der Zentrale der DAK-Gesundheit und haben Andreas Storm, den Vorstandsvorsitzenden der Krankenkasse, begleitet. Was hat Sie besonders beeindruckt?
Es war spannend, einfach mal dabei zu sein. So etwas erlebt man normalerweise ja nicht. Mich hat auch beeindruckt, mit wie viel Respekt und Interesse mir alle Mitarbeiter – bis hin zu den Vorständen – entgegenkamen. Man hat mir gesagt, ich soll einfach nur ich selbst sein, das hat es mir sehr leicht gemacht.

Und wie war es mit Herrn Storm?
Der Tag mit ihm startete gut: mit einem Frühstück in seinem Büro, das war ganz locker. Er hat mich ermutigt, Fragen zu stellen, Ideen und Gedanken zu äußern, auch in den Meetings. Davon gab es dann ziemlich viele. Überrascht hat mich, wie viel ein Vorstandsvorsitzender arbeitet, Termin folgt auf Termin, und Herr Storm war immer ruhig und vorbereitet, das hat mich sehr beeindruckt.

Was ist Ihnen besonders leicht gefallen während Ihres Cheftages?
Leicht gefallen ist mir die Kommunikation, und ich habe gemerkt, dass ich das wirklich gut kann.

Sie machen jetzt bald Abitur. Welche Pläne haben Sie für die Zeit danach?
Nach dem Abi möchte ich mindestens ein Jahr nach Neuseeland. Ich möchte erstmal mehr über mich selber lernen und wissen, was genau ich möchte. Danach werde ich studieren. Was genau, ist noch offen. Durch die Aktion hat sich mir allerdings ein neuer Bereich für meine Überlegungen geöffnet: das Management.

(Interview: C. Mauelshagen, Febr. 2018, Foto: Olaf Ballnus)

 

Im Interview mit CHEF für 1 TAG: Personalexperte Klaus Hansen, Managing Director der Personalberatung Odgers Berndtson. Zusammen mit seinem Team begleitet er CHEF für 1 TAG seit vielen Jahren.

Wie erleben Sie die Schüler heute im Vergleich zu den ersten Jahrgängen der Aktion vor 14 Jahren?Hansen_DCW8733-150 dpi
Die heutigen Schülerinnen und Schüler haben in der Regel klarere Vorstellungen, was sie wollen und was nicht. Das bedeutet nicht unbedingt, dass sie schon deutlicher wissen, was sie einmal beruflich machen werden. Aber sie treten mit präziseren und anspruchsvolleren Anforderungen an zukünftige Arbeitgeber heran, insbesondere was die Unternehmenskultur anbelangt.

Was lernen die Schüler durch die Aktion, was können sie über sich herausfinden?
Die Jugendlichen, die es bis in die Endauswahl schaffen, erleben hautnah, wie anspruchsvoll ein Auswahlprozess sein kann, wie gut es sich anfühlt, Grenzen überwunden zu haben, und dass für eine erfolgreiche Karriere mehr notwendig ist als Intelligenz und/oder Ellenbogen.

Worauf sollten die Schüler bei der Berufsorientierung achten?
Man sollte auf zwei Dinge achten: Erstens sollte man nicht versuchen, die Erwartungen anderer zu erfüllen, sondern zunächst einmal seine eigenen. Zweitens sollte das Unternehmen, seine Kultur, der Anspruch an die Mitarbeiter und das Leistungsniveau zu den eigenen Interessen und Neigungen passen und nicht zu denen, die man gerne hätte.

Wie profitieren Unternehmen von der Teilnahme?
Den Unternehmen bietet sich eine herausragende Bühne, sich gegenüber einer offenen, interessierten, aber auch kritischen Gruppe von potenziellen neuen Mitarbeitern zu präsentieren. Es werden Vorbehalte abgebaut, Interessen geweckt und zahlreiche erste Kontakte geknüpft, um nach Beendigung der Schule als attraktiver Arbeitgeber eine ernste Alternative darzustellen.

(Interview: S. Theisen-Canibol, Nov. 2017, Foto: Odgers Berndtson)